Schweizer Stiftungsvermögen liegt bei rund 100 Mrd. Franken

Statistik CEPS
In der Schweiz ist letztes Jahr jeden Tag eine neue Stiftung gegründet worden. Verzeichnet wurden im Ganzen über 13'000 gemeinnützige Stiftungen mit fast 100 Mrd. Franken Kapital. Damit gehört die Stiftungsdichte hierzulande weiterhin zur europäischen Spitze, wie aus dem Schweizer Stiftungsreport 2018 hervorgeht.

 

Mit 15,6 Stiftungen auf 10'000 Einwohner belegt die Schweiz erneut einen internationalen Spitzenplatz. 2017 ist hier die Anzahl gemeinnütziger Stiftungen weiter gewachsen, und zwar um genau 364. Rund 70% der Stiftungen sind regional verankert und unterstützen damit gemeinnützige Initiativen und Vorhaben vor Ort. Das grösste Wachstum verzeichnet mit 57 neuen Stiftungen der Kanton Zürich, gefolgt von Genf und Zug, wobei hier die meisten Neugründungen mit der neuen Blockchain-Technologie verbunden waren.

Stiftungsvermögen gewachsen

Parallel dazu haben auch die Liquidationen zugenommen: Die 187 aufgelösten Stiftungen im vergangenen Jahr sind der zweithöchste Wert nach den 206 Liquidationen im Jahr 2014, wobei der Kanton Aargau besonders betroffen war. Besonders kleinere Stiftungen leiden nach wie vor am Niedrigzinsumfeld oder konnten ihre Tätigkeit aus andern Gründen nicht mehr fortführen.

Das gesamte Stiftungsvermögen ist seit der letzten Erhebung von 2012 um knapp 30% auf fast 100 Mrd. Franken angestiegen. Das grösste Vermögen mit 40 Mrd. Franken, aufgeteilt auf 4362 Stiftungen, beaufsichtigt die Eidgenössische Stiftungsaufsicht, gefolgt von den Kantonen Basel-Stadt und Baselland, deren Stiftungen ein Gesamtvermögen von knapp 17 Mrd. Franken aufweisen. Die durchschnittliche Bilanzsumme einer gemeinnützigen Stiftung beläuft sich auf 8,2 Mio. Franken; rund 80% davon verfügen über weniger als 5 Mio. Franken.

Spezialfokus: Zehn Jahre Philanthropie-Forschung in der Schweiz

Mit dem Center for Philanthropy Studies (CEPS) der Universität Basel und dem Zentrum für Stiftungsrecht an der Universität Zürich feiern 2018 gleich zwei universitäre Forschungszentren für Stiftungswesen und Philanthropie in der Schweiz ihr zehnjähriges Jubiläum. Als die beiden Institute 2008 gegründet wurden, gab es europaweit gerade deren vier. Heute ist die Zahl auf über zwanzig angewachsen. Für den Leiter des CEPS, Prof. Georg von Schnurbein, steht insbesondere ein interdisziplinärer Forschungsansatz im Fokus: «Unter Philanthropie verstehen wir jede private freiwillige Handlung für einen gemeinnützigen Zweck. Dazu zählen nicht nur Stiftungen und Grossspender, sondern auch die Freiwilligenarbeit, Sachleistungen oder Wissen, das beispielsweise über Wikipedia kostenlos zur Verfügung gestellt wird.» Neben Basel und Zürich entstehen zurzeit weitere Philanthropie-Zentren an der Universität St. Gallen, der Universität Genf und dem IMD in Lausanne.

Schweizer Stiftungsreport 2018

https://ceps.unibas.ch