FV-83 | Einfluss des Demographischen Wandels auf den Arbeitsmarkt des Schweizer Pharmasektors

Prof. C. Wunsch, M. Buchmann

Arbeitsmarktökonomie

Forschungsgegenstand 
Wir untersuchen den Einfluss des demografischen Wandels auf den Schweizer Pharmasektor. 

Forschungsfrage 
Durch die Alterung der Bevölkerung in Kombination mit einer restriktiven Einwanderungspolitik wird eine Verknappung des Fachkräfteangebotes erwartet. Dies ist für den Pharmasektor besonders relevant, da in dieser Branche der wirtschaftliche Erfolg eng mit der Verfügbarkeit von hochqualifizierten Fachkräften verbunden ist. Da die Effekte der Alterung und Migrationsbeschränkungen zu Verschiebungen in der gesamten Schweizer Wirtschaft führen werden, ist eine wissenschaftlich fundierte Auswertung der Effekte auf eine einzelne Branche aber nicht trivial. 

Zielsetzung, Bedeutung und Nutzen

Aufbauend auf einem während der Dissertation von Manuel Buchmann entwickelten Modell für die gesamte Schweizer Wirtschaft werden wir die Effekte für die Pharmabranche spezifisch abschätzen. Von besonderem Interesse ist dabei der Vergleich von verschiedenen möglichen Szenarien. Beispielsweise lassen sich verschiedene Migrationsszenarien, Reformen wie eine Erhöhung des Rentenalters oder Veränderungen im Aussenhandelsvolumen analysieren. Geplant ist auch eine Modellierung von Digitalisierungsmassnahmen; inwiefern dies im Rahmen des Modelles umsetzbar ist, ist aber noch unklar. Sollte die Umsetzung gelingen, wären auch verschiedene Szenarien in diesem Bereich denkbar. 

Unser Modell erlaubt es uns, Auswirkungen verschiedener Reformen auf die gesamte Schweizer Wirtschaft und einzelne Sektoren abzuschätzen. Das Besondere am verwendeten Ansatz ist, dass das Zusammenspiel der verschiedenen Branchen sowie gesamtwirtschaftliche Feedbackeffekte vollständig erfasst werden. Der Pharmasektor ist dabei aus verschiedenen Gründen besonders interessant. Einerseits ist seine wirtschaftliche Bedeutung für die gesamte Schweiz, insbesondere aber auch die Wirtschaftsregion Basel enorm. Andererseits ist er auch durch die starke Abhängigkeit von hochqualifizierten internationalen Fachkräften besonders vom demografischen Wandel und politisch motivierten Einwanderungsbeschränkungen betroffen. Von besonderem akademischen Interesse ist die Bedeutung von künstlicher Intelligenz und Digitalisierung in der Pharmabranche, welche in diesen Bereichen äusserst innovationsstark ist.