FV-93 | Die Interaktion zwischen Digitalisierung und demographischem Wandel und deren Auswirkungen auf den Schweizer Pharmasektor

Prof. C. Wunsch, M. Buchmann

Arbeitsmarktökonomie

 

Forschungsgegenstand
Wir untersuchen die Interaktionen zwischen Digitalisierung und demografischem Wandel und welche Auswirkungen diese auf den Schweizer Pharmasektor haben.

 

Problemstellung
Die globale Wirtschaft sieht sich aktuell mit zwei Megatrends konfrontiert: Der fortschreitenden Digitalisierung und Automatisierung sowie dem demografischen Wandel. Beide Megatrends werden zu massiven Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt führen. Mit der Pensionierung der Babyboomer wird das Arbeitsangebot abnehmen. Eine alternde Bevölkerung konsumiert und investiert anders, was zu Veränderungen der Nachfrage führen wird. Digitalisierung und Automatisierung werden in vielen Bereichen zu einem Rückgang der Arbeitsnachfrage führen, in anderen Bereichen aber zu einem Anstieg der Nachfrage. Effizienzsteigerungen können zu Preisreduktionen und damit einer erhöhten Konsumnachfrage führen. Die Gleichgewichtseffekte dieser komplexen, teils gegenläufigen, teils sich verstärkenden Effekte sind unklar, und werden sich von Branche zu Branche unterscheiden. Aufgrund ihrer grossen volkswirtschaftlichen Bedeutung für die Schweiz und insbesondere den Wirtschaftsstandort Basel fokussieren wir in dem Projekt auf die Schweizer Pharmabranche. Diese ist zudem auch durch ihren hohen Bedarf an Fachkräften in Verbindung mit ihrer starken Innovationskraft von besonderem Interesse.  

 

Zielsetzung
Aufbauend auf einem während der Dissertation von Manuel Buchmann entwickelten Modelles für die gesamte Schweizer Wirtschaft, sowie dessen Weiterentwicklung im Vorgängerprojekt dieser Studie, werden wir die Interaktionen zwischen Digitalisierung und demografischem Wandel analysieren und ihre Auswirkungen auf die Pharmabranche untersuchen. 

 

Bedeutung und Nutzen
Die Megatrends Digitalisierung und demografischer Wandel werden die Weltwirtschaft in den kommenden Jahrzehnten prägen und zu massiven strukturellen Veränderungen führen. Die Bedeutung der Digitalisierung für die zukünftige Entwicklung der Wirtschaft und speziell der Arbeitsmärkte ist daher von grossem akademischem und praktischem Interesse. Insbesondere die Interaktionen zwischen demografischem Wandel und Digitalisierung sind dabei noch kaum erforscht. Mit unserem Ansatz integrieren wir theoretische Modelle des Effekts von Digitalisierung in ein bestehendes Modell zur Analyse des demografischen Wandels und legen so den Grundstein für eine akademische Diskussion der Interaktionen zwischen Digitalisierung und demografischem Wandel. Gleichzeitig werten wir die Resultate für die Pharmabranche aus und zeigen so, mit dem Vergleich zu den Ergebnissen der Vorgängerstudie, wie sich Digitalisierung auf die Effekte des demografischen Wandels auswirkt. Mit diesen neuen Erkenntnissen vermitteln wir Entscheidungsträgern der Schweizer Pharmabranche ein besseres Verständnis der aktuellen Megatrends und wie diese die Entwicklung ihrer Branche beeinflussen könnten.