FV-74 | Lohnunterschiede zwischen Schweizern und Migranten

Prof. Dr. Conny Wunsch, Laura Hahn

Arbeitsmarktökonomie


Forschungsgegenstand
Gegenstand des Projektes ist die Untersuchung möglicher Lohnunterbietung und Verdrängung inländischer Arbeitskräfte durch Ausländer im Schweizer Arbeitsmarkt
Forschungsfrage Die Schweiz ist ein Land mit einem im internationalen Vergleich sehr hohen allgemeinen Lohnniveau, was Zuwanderung besonders attraktiv macht. In der
öffentlichen Diskussion wird als Argument gegen Immigration immer wieder vorgebracht, dass Einwanderer bereit seien zu niedrigeren Löhnen zu arbeiten und deshalb das Lohnniveau in der Schweiz drücken. Empirische Studien konnten bislang nicht nachweisen, dass sich Zuwanderung negativ auf die Löhne von Schweizern auswirkt. Es ist jedoch trotzdem möglich, dass Ausländer niedrigereLöhne akzeptieren, auch wenn dies die Löhne der Schweizer nicht beeinflusst. Hahn und Schnell (2018) finden tatsächlich Evidenz dafür, dass Ausländer auch bei
gleichen Charakteristika wie die Schweizer in der Regel zu niedrigeren Löhnen beschäftigt sind als Schweizer. Zudem könnte es sein, dass Ausländer Schweizer aus bestimmten Jobs verdrängen.


Zielsetzung
Ziel des Projektes ist es zum einen, aufbauend auf den Ergebnissen von Hahn und Schnell (2018) zu untersuchen, in welchen Branchen, Berufen und Unternehmungen sowie für welche Bildungs- und Kompetenzniveaus sowie Arten von Jobs Lohnunterschiede zwischen Schweizern und Ausländern bei gleichen beobachteten Charakteristika existieren und damit mögliche Lohnunterbietung am grössten sind. Zum anderen identifizieren wir die Arten von Jobs, die nahezu ausschliesslich von Aus-ländern besetzt werden. Dies gibt Aufschluss auf mögliche
Verdrängungseffekte am Schweizer Arbeitsmarkt.


Bedeutung und Nutzen

Die Ergebnisse des Projekts stellen einen erheblichen Erkenntnisgewinn dar, da sie zeigen, wo die Gefahr der Lohnunterbietung von Ausländern sowie der Verdrängung von einheimischen Arbeitskräften am Schweizer Arbeitsmarkt am grössten ist. Auch der Neuigkeitsgehalt ist erheblich. Im Projekt verwenden wir eine neuartige Methode, die es erstmals erlaubt, diese Fragestellungen überhaupt wissenschaftlich fundiert zu beantworten.